Eure Stories

24.09.21

Ich habe mich 2014 (Ich war damals 16) im Freundeskreis erstmals geoutet, um zu gucken, wie die Resonanz ist. Diese war erstaunlich positiv und gelassen. Nach dieser so positiven Resonanz habe ich mich in meiner Familie geoutet, wobei ich es erst bei meiner Mum gemacht habe, um Unterstützung aus der Familie zu bekommen. Das war die richtige Entscheidung. In den Wochen darauf habe ich mich bei meinem Vater geoutet, wo ich auf Gegenwind und körperlicher Gewalt gestoßen bin (lag mit Prellungen und einem Schlüsselbein Bruch im Krankenhaus). Weiter ging es bei meinen Großeltern und dem Rest der Familie (alle waren positiv drauf zu sprechen). Ich habe mir aber die Eltern meines Vaters bis zum Schluss aufgehoben, um meine ganze andere Familie als Auffangnetz hinter mir zu haben. Mit meinem 18. Lebensjahr (2016) habe ich es ihnen gesagt und muss sagen, dass alle bis auf meinen Opa ganz entspannt waren und mir meine Oma sagte, dass ihr Bruder selbst schwul war. Mein Opa war parallel in der Küche am Toben und machte mir das Verweilen bei meinen Großeltern schwer. Alles im Allem muss ich sagen, dass ich es trotz der zwei Rückschläge nie bereue, diesen Schritt gemacht zu haben.

FränkyHomosexuell

21.09.21

Ich habe mich als erstes bei meiner Mutter und dann einige Wochen später bei meinem Vater per WhatsApp als schwul geoutet, da ich es persönlich nicht konnte. Meine Mutter hat super reagiert und mit mir darüber geredet und mich in den Arm genommen. Mein Vater allerdings hatte etwas Probleme damit und brauchte sehr lange, damit klar zu kommen. Er hat sogar eine Woche nicht mit mir geredet. Naja ich war zu dem Zeitpunkt schon 24. Als wieder alles in Ordnung war habe ich mich bei Facebook öffentlich geoutet. Es gab keine schlechten Reaktionen von anderen Leuten. Jetzt habe ich das beste Verhältnis zu meinem Vater.

DannyHomosexuell

07.09.21

Ich denke seit 2018 , dass ich vielleicht bisexuell bin. Ende 2019 habe ich das 2 Freunden erzählt und dann irgendwann 2020 auch noch ein paar anderen Freunden. Anfangs hatte ich etwas Angst vor den Reaktionen, da wir darüber nie gesprochen haben. Ich habe dann angefangen immer mehr Freunden zu erzählen, dass ich das denke, wo die Reaktionen alle zum Glück positiv waren.

Meinen Eltern habe ich das noch nicht erzählt, da ich momentan nicht das verlangen habe darüber zu reden. Mein Vater hat wahrscheinlich eine Vermutung, da er mich letztens an einem Ort abgeholt hat, der was mit LGBTQ+ zu tun hatte, wodurch er vielleicht etwas ahnt. Wenn es so sein sollte ist mir das aber egal, da ich mit meinen Eltern nicht darüber reden möchte. Beim CSD in Köln habe ich mich indirekt bei meinem alten Musik Lehrer geoutet, da ich ihn dort getroffen habe und eine Flagge über den Schultern hängen hatte. Und davor habe ich mich bei meinem Besten Freund und seiner Freundin geoutet, im Auto, sehr spontan, da wir über einen Freund geredet haben, der Trans ist. Ich war sehr aufgeregt, am Zittern und hatte sogar etwas Angst, aber zum Glück haben beide sehr positiv reagiert.

AlexaBisexuell

07.09.21

(Teil 1/2)

Mein Coming Out war ca. im Jahr 2014. Ich habe es meiner Besten Freundin erzählt mit der ich davor noch eine "Kindergarten" Beziehung führte, weil ich damals glaubte wenn ich eine Freundin habe, gehen diese Gedanken schon weg. Nach der Beziehung war mir klar, es wird sich nichts daran ändern, dass ich Männer attraktiv finde. Meine beste Freundin hat positiv darauf reagiert, sie war nur sauer das sie nicht die erste war, der ich davon erzählte. Aber ich hatte Angst sie dabei verlieren zu können, darum habe ich mich zu erst bei einer unbedeutenden Person geoutet, bei der es nicht schlimm war wenn ich die Person verliere, einfach nur um die Reaktion auf das Outing zu testen. Ich habe es nicht vielen Menschen persönlich erzählt, stattdessen habe ich es irgendwann kurz und knapp in einem Facebook Post gemacht. Bis auf 1, 2 Hate Kommentaren war die Reaktion durchweg positiv. Mittlerweile wussten es alle, bis auf meine Mutter und mein Stiefvater. Ich wusste sie würden es früher oder später erfahren, aber ich konnte es ihnen nicht erzählen. Einige Wochen vergingen und ich fragte meine Mutter ob ich übers Wochenende mit wegfahren dürfte und mein Stiefvater brachte den Kommentar oder triffst du dich lieber mit Schwulen. Dies war der Moment an dem mir klar war ich muss es denn beiden sagen. Mein Stiefvater hat meiner Mutter die Schuld gegeben, ihr gesagt: „Die ganze Erziehung hast verkackt, dein erster Sohn ist ein Verbrecher und der zweite ist eine Schwuchtel.“

SteffenHomosexuell, Demisexuell

07.09.21

(Teil 2/2)

Die erste Reaktion meiner Mutter war: "Vielleicht hast du ja Probleme, dass du sowas sagst und wir müssen zum Arzt, dich behandeln lassen." Von meinem Stiefvater kamen öfters Kommentare wie "damals hätten sie dich vergast" oder "sowas wie dich brauch ich nicht tolerieren". Diese Situation hat mich einfach nur fertig gemacht, ich konnte es einfach nicht verstehen, dass alle positiv reagierten, nur die Person, von der man sich die Unterstützung am meisten erhofft hat nicht. Dass ich demisexuell bin habe ich nicht wirklich jemanden erzählt, es war einfach nur eine Tatsache, die ich über die Jahre festgestellt habe.  Als ich dann 19 war bin ich 263 km von zu Hause weggezogen und habe meine Flügel aus dem Käfig befreit. Seitdem ich ausgezogen bin habe ich auch wieder ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter und sie fragt mich auch öfters, wie es meinem Freund geht oder wann ich ihn das nächste Mal mitbringe, wenn ich zu Besuch komme. Heute bin ich 24 und viel selbstbewusster als damals, ich mache mich mithilfe von Instagram für andere stark ohne darüber nachzudenken was Menschen über mich denken. Mir ist nämlich bewusst geworden, dass es immer Menschen geben wird die mich haten, aber umso schöner ist es zu wissen, dass ich andere mit meinen Posts ermutigen kann zu sich selbst zu stehen und auch weiß das es Menschen gibt die dankbar sind für das, was ich mache. Was ich sagen möchte manchmal mag ein Outing vielleicht schwierig sein, aber du bist nicht alleine da draußen und es wird immer jemanden geben, der dich dabei unterstützen wird, selbst wenn es am Anfang nur eine Person ist.

SteffenHomosexuell, Demisexuell

30.08.21

(Teil 1/2)

Als ich noch ganz klein war merkte ich, dass ich anders war als die anderen Jungs in meinem Alter. Doch in der 5. Klasse hatte ich an meinem ersten Schultag ein pinkes T-Shirt an, womit ich 2 Jahre lang aufgezogen wurde.
Als ich dann die Schule wechselte ab der 7.-10. Klasse, verging leider kein Tag in der Schule an dem keiner gesagt hat "Schwuchtel!". Ich wusste nie warum Leute das sagten. Warum wurde ich so bezeichnet? Seh‘ ich so aus? Rede ich so? Ich hatte davon keine Ahnung, aber irgendwann überlegte ich "Hey Noah, könnte da vielleicht doch irgendwas dran sein?" Ich konnte es nicht so beurteilen. Doch als ich mit 13-14 Jahren meinen ersten Jungen geküsst hatte, war das ein absolutes Feuerwerk. Ab da wusste ich was ich will, und wohin ich gehöre.
Naja, aber einfach zu jedem hingehen und das sagen ging bei mir nicht.
Ich bin seit Geburt an als Zeuge Jehovas groß geworden. Meine Eltern haben mir immer wieder gezeigt was richtig und was falsch ist. Und Homosexualität gehörte definitiv zu den falschen Sachen. 2014 habe ich mich dann als Zeuge Jehovas taufen lassen und ich muss sagen es hat sich damals richtig angefühlt. Viele Jahre habe ich versucht das alles geheim zu halten. Wenn mich jemand gefragt hat "Hey Noah, bist du schwul?", war meine Antwort immer "Nein". Ich wollte nicht das Problemkind sein, ich wollte doch einfach nur ein normales Leben. Aber irgendwann habe ich mich gefragt, wer stellt eigentlich fest was normal ist und was nicht? Für mich war das schwul sein, normal. Immer wieder wurde mir gesagt, Noah, du musst das hassen, das ist nicht normal, das hat Gott nicht so gewollt. Lange habe ich versucht mir das einzureden, was aber nicht geklappt hat.

Es gab bei mir damals immer mal so "Schübe". Es gab Monate, an denen ich total gut drauf war und an denen ich mein Leben "normal" gelebt habe. Aber irgendwann gab es einen Schub an denen ich komplett zerbrochen bin und alles angezweifelt habe. Wusste nicht, warum ich überhaupt noch am Leben bin und wieso ich so bin wie ich bin. Sommer 2020 habe ich meinen Arbeitskollegen das erste mal gesagt, dass ich schwul bin. Die Reaktion war nur: "Ach endlich sagt er es!" Sie haben mich dann umarmt und sagten nur, Noah, du bist immer noch du!
Das hat mich wirklich sehr gefreut. Einen Monat später habe ich mich bei meinem Bruder geoutet der 3 Jahre älter ist als ich.
Und er sagte nur: Noah, du bist mein Bruder und ich akzeptiere dich so wie du bist und ich hab dich immer noch genauso lieb! Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen...

NoahHomosexuell

30.08.21

(Teil 2/2)

Anfang des Jahres 2021 habe ich aufgehört in die Versammlungen von den Zeugen Jehovas zu gehen, weil ich mich nicht mehr da rein setzten konnte und so tun konnte, als ob alles in Ordnung wäre. Meine Eltern haben gemerkt, dass ich nicht mehr gekommen bin und fragten mich was los ist. Habe ihnen gesagt, dass ich gerade einfach fertig bin und ich das alles so unfair finde, dass sich jeder verlieben darf nur ich nicht. Ich hatte es so satt mich zu verstellen, nur damit ich in die sogenannte "Form" reinpasse. Ich wollte endlich meinen eigenen Weg gehen. Meine Mama weinte ganz bitterlich und mein Vater sagte ich sei krank im Kopf. Ich sagte meinen Eltern, dass ich damals die Entscheidung getroffen habe mich taufen zu lassen und dass diese Entscheidung sich richtig angefühlt hat, genauso wie es sich jetzt richtig anfühlt sich für mich zu entscheiden.
Juni 2021 sagte ich dann dass ich kein Teil mehr der Versammlung und der Zeugen Jehovas sein möchte. Ich wollte mein Leben leben und endlich ich selbst sein. Endlich mich entfalten können.
Ich wusste was auf mich zu kommt, denn die Religion verbietet zu ausgeschlossenen oder ausgetretenen Kontakt zu haben.
Meine Eltern reden seit dem kein Wort mehr mit mir, mein bester Freund, meine beste Freundin haben mich blockiert und ignorieren mich komplett. Meine 12 jährige Schwester schaut mich nicht mal mehr an und seit Juni hat sie kein Wort mehr mit mir geredet. Nun muss ich ausziehen, da meine Eltern mich nicht mehr hier haben möchten und ich nicht mehr im selben Haus wohnen darf. Mitte September ziehe ich endlich um und ich freue mich sehr auf meinen neuen Lebensabschnitt. Ehrlich gesagt habe ich davor sehr viel Angst und ich hoffe, dass ich das alles irgendwie hinbekommen werde.

Am Wochenende war ich auf dem Christopher-Street-Day in Köln und ich muss sagen...ich hab mich noch nie so Willkommen gefühlt wie dort...Dieses Gefühl zu merken, hey Noah es ist alles gut mit dir, mit dir ist nichts falsch. Das Gefühl ist unbeschreiblich schön!!!
Ich habe alles und jeden verloren, aber ich werde nicht aufgeben und ich werde kämpfen.
Ich habe oftmals Angst, dass ich zu spät dran bin, dass ich mich schon mit 16, so wie andere, dazu hätte entscheiden können. Ich hab Angst einfach viel verpasst zu haben und dass mein Leben oder meine Jugend jetzt schneller vorbei ist als ich denke.

NoahHomosexuell

25.08.21

Ich habe mich erst letzte Woche bei meinen Eltern geoutet. Eine Freundin (bei der ich schon geoutet war) hat mir den Artikel von euch geschickt mit Tipps zum Outing vor den Eltern. Ich habe ihnen einen Brief geschrieben (saß da glaube ich mehrere Stunden dran haha) und ihnen den auf den Küchentisch gelegt, bevor ich mit meinen Freunden weggefahren bin. Am Abend haben sie dann schon auf mich gewartet und gesagt, dass alles gut ist und sie sehr stolz auf mich sind =)

Anna-SophieLesbisch

21.07.21

Ich hatte mich schon immer anders gefühlt, als ich aufwuchs, und es hat lange gedauert, bis ich es auch nur ein bisschen verstanden habe. Etwa 2018 (17 Jahre alt) beschloss ich, mich beim Abendessen gegenüber meiner Mutter und meinem Bruder als non-binary zu outen, aber ich bin immer noch unsicher über das Ergebnis. Keiner von beiden sagte etwas und tat so, als hätte ich es auch nicht getan, und meine Mutter warf mir einen hasserfüllten Blick zu, was weh tat... aber sie scheinen es vergessen zu haben.

Drei Jahre später (2021, 20 Jahre alt) hatte ich viel über meine Geschlechtsidentität und Sexualität nachgedacht und festgestellt, dass ich mich zu Frauen hingezogen fühle. Ich glaube, ich wusste das schon lange, hatte mich aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig damit auseinandergesetzt. Es war befreiend, mich endlich ein bisschen besser zu verstehen. Ich erzählte es ein paar Freunden, die mich total unterstützten - etwa die Hälfte meiner Freunde ist sowieso in der LGBTQ+ Community.

Als ich über die Feiertage nach Hause kam, fragte meine Familie, was mit mir los sei, und ich sagte: "Ich glaube, ich bin gay“. Ich war nervös, wie sie reagieren würden, aber sie waren völlig in Ordnung damit; ich schätze, gay ist für sie ein bisschen verständlicher als non-binary. Es stört mich nicht, dass sie mein Geschlecht nicht kennen oder anerkennen. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, ihnen das zu sagen, vor allem, weil sie die Art, wie ich mich präsentiere, ohnehin zu akzeptieren scheinen.

Mein Geschlecht ist mir immer noch ein Rätsel, und auch über meine Sexualität muss ich noch einiges herausfinden. Ich glaube nicht, dass sie ganz so eindeutig sind. Aber Bezeichnungen wie „gay“ oder „queer“ reichen mir im Moment, denn ich brauche nicht wirklich spezifische Bezeichnungen, um mich auszudrücken. Ich bin einfach froh, dass meine Freunde und Familie mich akzeptieren.

RobynGay/Queer, Non-Binary

20.07.21

Haha, meine Coming-out story ist etwas weird, but here we go:
Ich habe mich das erste Mal mit 15 geoutet vor einigen guten Freundinnen auf einer Übernachtungsparty bei einer von ihnen. Was sehr wichtig zu erwähnen ist, ist dass wir alle aus sehr streng gläubigen Haushalten kommen und uns über die Kirchengruppe kennengelernt haben. Ich war mir wirklich sicher, dass sie nach meinem Outing den Kontakt abbrechen würden, aber ich wollt mich einfach nicht mehr verstecken. Naja, ich habe es dann kurz & schmerzlos rausgehauen. Eine der dreien war (wie erwartet) extrem wütend - sie meinte, dass das eine Sünde wäre & ich mich nicht für so etwas "Schandvolles" entscheiden solle (als ob ich mich dazu entschieden habe haha). Dann schaute sie fassungslos die anderen beiden an, da diese komplett still war. Eine der beiden fing plötzlich an zu weinen und meinte, dass sie pansexuell ist. Die andere stotterte ebenfalls heraus, dass sie glaubt nicht hetero zu sein. Wir haben dann in Ruhe über alles gesprochen - die eine Freundin ist allerdings schnell gegangen und wir haben seitdem keinen Kontakt mehr. Dafür habe ich jetzt meine eigene queere Clique bestehend aus mir (lesbisch), einer Pansexuellen & einer, die noch nicht weiß, was sie ist 😀

ElWeiblich, Lesbisch

19.07.21

Ich habe mich als trans geoutet, als ich 18 war. Ich habe meiner Freundin gesagt, dass ich ein Junge bin und ein Junge sein möchte. Sie mochte es nicht, also habe ich aufgehört, darüber zu sprechen. 3 Jahre später, als ich 20/21 war (2018), wurde mir endlich klar, dass ich mich nicht mehr verstecken konnte. Ich habe mich meinen Eltern gegenüber geoutet, die sehr damit zu kämpfen hatten, dass ich trans bin. Meine Mutter kam nach etwa 3 Monaten damit zurecht, mein Vater kämpft bis heute (4 Jahre später) damit. Meine Oma war am entspanntesten - sie sprach mit meinem Opa (der Demenz hat) und gemeinsam lernten sie meinen neuen Namen und meine neuen Pronomen. Sie haben sich nicht einmal vertan. Meine Freunde lieben mich immer noch und mein Verlobter akzeptiert und liebt mich bedingungslos, egal welche Entscheidung ich treffe.

PhoenixTransgender

19.07.21

Mein Herz schlug so schnell, dass ich kaum meine eigenen Gedanken hören könnte. Ich bin schon immer gut mit meiner Queerness zurechtgekommen, als ich allerdings dann vor meinen Eltern stand, fühlte ich mich als würde die Welt enden: "Mama, Papa, ich bin nicht hetero!". Nach einer gefühlten, quälenden Ewigkeit sagte meine Mama dann: "Lisbeth, wir hatten ja keine Ahnung! Vielen Dank, dass du dich uns anvertraut hat, das bedeutet uns wirklich viel". Joa... und das war das Coming Out vor meinen Eltern - kurz, schmerzlos und zum Glück ohne Probleme 🙂

LisbethQueer

15.07.21

Das ist meine Coming-out Story als transgender MtF. Ich hatte mein erstes Coming-out, als ich in der Armee war. Das war aber ein paar Monate bevor Obama erlaubte, dass Transmenschen frei dienen konnten. Meine Zeit dort war fast vorbei und mein Vorgesetzter hat versucht, mich dazu zu bringen, eine Verlängerung zu unterschreiben. Er hat gemerkt, wie ich mit mir ringe, – denn einerseits wollte ich wirklich dortbleiben, auf der anderen Seite fühlte ich mich sehr gefangen, da ich mich nicht als trans outen konnte. Ich entschied ihm alle meine Sorgen zu erzählen – und er sagte mir, dass er mich nun nicht mehr haben wollte (und, beleidigte mich irgendwie). Wie ihr euch vorstellen könnt, entschied ich, die Armee zu verlassen. Es war wirklich schwer für mich, meinen Traum aufzugeben, nur weil sie mich nicht für das annehmen, das ich bin. Wir leben in einer wirklich abgefuckten Welt! Aber ich bin froh, dass es Menschen wie euch (RainbowWarriors) gibt, um Projekte wie diese umzusetzen! Macht weiter so.

EmmaMtF, Lesbisch

15.07.21

Ich habe mich geoutet, indem ich einer Freundin eine E-Mail geschrieben hab – ich hatte einfach solche Angst, es ihr persönlich zu sagen. Um ehrlich zu sein, dachte ich, dass sie mich nicht akzeptieren würde und unsere Freundschaft abweisen würde. Innerhalb von Minuten hat sie geantwortet: „Danke, dass du mir vertraust, ich hab dich lieb. Willst du heute Abend was machen?“. Seitdem sind wir uns noch näher und sie wurde die Person, die mich am meisten unterstützt.
BeoNon-Binary

14.07.21

Du hast gedacht, du hast schon die unglücklichste Coming-out Story gehört? Naja, hör dir das mal an:
Als ich 13 war, fand meine Mutter einiges queeres Zeug auf meinem Handy. Sie hat noch nicht mal mit mir darüber geredet (es hat mich sogar eine ganze Weile gebraucht, herauszufinden, dass sie es weiß), aber sie hat direkt mein Zeug gepackt und mich rausgeschmissen. Naja, … sie hat alle meine Verwandten und Eltern meiner Freunde angerufen und ihnen gesagt, mich nicht reinzulassen, weil ich eine große Schande bin und jeder, der mich unterstützt ein Sünder sei (mein Umfeld ist sehr konservativ und religiös). Nachdem ich fast ein ganzes Jahr auf der Straße verbracht habe, hat mich eine Sozialarbeiterin „gefunden“. Es hat eine Weile gedauert, bevor ich ihr vertraut habe, aber danach habe ich ihr meine ganze Geschichte erzählt. Von dem Zeitpunkt an hat sich mein Leben verändert. Ich habe Unterstützung bekommen, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben andere queere Menschen getroffen und habe angefangen, mich zu akzeptieren für das, was ich bin. Ich bin jetzt 21 Jahre alt, habe ein unterstützendes Umfeld, bin glücklich pan zu sein und arbeite selbst als Sozialarbeiter. Das Leben kann höllisch schwer werden. Aber mach weiter, es WIRD besser werden!
LiamPansexuell

13.07.21

Letztes Jahr (als ich 14 war) hatten meine Freundinnen und ich über den CSD gesprochen (also, eigentlich vor allem sie). Ich meinte dann, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich cis bin (hatte sich in dem Moment richtig angefühlt) & ehrlich gesagt haben sie nicht wirklich drauf reagiert. Also sie haben es schon wahrgenommen und wir haben kurz drüber geredet, aber es verlief alles sehr unkompliziert und positiv 🙂

FinnQuestioning

10.07.21

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mich vor meinen Eltern als bisexuell geoutet. Rückblickend hab ich gemerkt, dass ich keinen Grund zur Sorge hatte. Ich habe es ihnen von Angesicht zu Angesicht gesagt, einfach, und sie reagierten mit freundlichen Worten der Akzeptanz und Ermutigung, so wie ich es hätte voraussagen sollen. Nur ein paar Wochen später habe ich es meiner besten Freundin gesagt, genauso wie meiner Großmutter und beide waren sehr froh für mich. Ich weiß, dass ich sehr viel Glück hatte, – obwohl ich einen homo- und transphoben Verwandten habe, der die Wahrheit immer noch nicht weiß – und dafür bin ich sehr dankbar. Aus meiner Erfahrung habe ich gelernt, dass man sich immer noch selbst hinterfragen und auch dem Coming-out noch seine Meinung ändern darf. <3

RobinBisexuell, Demigirl

07.07.21

Ich habe mich letztes Jahr geoutet und meine Eltern haben es auch ganz gut aufgenommen. Nur meine Großeltern kommen damit gar nicht klar. Sie meinen, dass das nicht normal sei und sie sich für mich schämen. Es tut verdammt weh, so etwas zu hören, weil ich sie eigentlich verdammt lieb habe. Naja, ich akzeptiere mich trotzdem, wie ich bin und sie müssen lernen, damit klarzukommen.

FiaBisexuell

05.07.21

Also, ich habe mein Coming-out sehr lange geplant. Ich habe versucht, verschiedene Wege zu finden, um mich gut outen zu können. Ich hatte mich entschieden, es bei meiner Geburtstagsparty zu machen. Ich hatte eine Pyjamaparty geplant und alle meine Freunde wussten, dass ich mich an dem Tag outen wollte. Eine Zeit lang habe ich tatsächlich vergessen, dass ich das geplant hatte, weil ich so viel Spaß hatte, aber eine Freundin wies mich darauf hin. Zuerst war ich so: „Naja“, aber als es tatsächlich Zeit wurde, auf meine Mutter zuzugehen, fing ich an, in Panik zu geraten und bin zu meinem Schlafplatz zurückgerannt. Ich habe das ganze mehrere Male gemacht, aber nach einem Gespräch mit einer meiner Freundinnen habe ich zugestimmt. Als ich auf meine Mutter zuging, fingen meine Freunde an zu filmen und ich flippte total aus, also habe ich einfach angefangen für Ewigkeiten zu weinen. Ich stand einfach da, bis meine Mutter vorschlug, nach oben zu gehen, also gingen ich, meine Mutter und meine Freundinnen nach oben und eine Zeit lang saß ich einfach weinend dort, bis ich den Mut fand „Ich bin bi“ zu sagen. Sie hat nur gelacht und gesagt: „Ist das alles, was du mir sagen wolltest?“ und wir haben alle angefangen zu lachen. Danach bin ich nach unten gegangen und hab mich neben meinen Vater ins Sofa gesetzt und ihm auch gesagt. Als ich es meinem Vater gesagt hab, war es nicht ganz so emotional, weil ich mich wohlfühlte. Es war trotzdem richtig schön. Er sagte: „Ok, I love you“ und lächelte. Nachdem wir eine Weile geredet hatten, gingen wir zu unserem Schlafplatz zurück.

MaddieBisexuell

11.05.21

Ich habe mir für mein Coming-out sehr viel Zeit genommen, weil ich für mich erstmal 100% sichergehen wollte, wer ich bin und den Mut aufbringen musste, dies mit meinem Umfeld teilen zu wollen, denn danach gab es ja kein Zurück mehr, danach wird es Realität. Im Jahre 2017 mit 26 Jahren war ich dann soweit. Beim Mittagessen mit meiner Mutter platzte es quasi aus mir heraus: "Mama, ich glaube ich bin schwul...". Als Nächstes erzählte ich es meinem Vater, dann meiner Schwester und danach meinem engsten Freundeskreis. Ich habe durchweg nur positive Reaktionen bekommen und je häufiger ich mich outete, desto einfacher wurde es. Und aus dem "ich glaube" wurde ein "ich bin".
Ich weiß, das ist ein keine sonderlich spannende Geschichte, aber es gibt Menschen, die Angst vor dem Outing haben (hatte ich auch) und nur von schrecklichen Horrorszenarien hören. Denen möchte ich hiermit zeigen, es geht auch anders! Man wird auch akzeptiert und geliebt!
Und ich bin sehr froh, dass ich gewartet habe, bis ich bereit dafür war, denn bei meinem Outing geht es um mich und nicht um die anderen.

RenéHomosexuell

09.05.21

Meine Geschichte beginnt circa im Jahr 1997/1998. Irgendwann da habe ich gemerkt, dass ich mich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühle. Mich haben Männer- und Frauenkörper angemacht.
Wirklich verstanden habe ich das aber nicht. Ich habe mich mit einer Freundin ausgetauscht, die schon für sich ihr Coming-out hatte. Ich habe mich nicht wirklich begriffen und es waren mehr Phantasien in meinem Kopf. Ich hatte Angst.
Die Gesellschaft war damals noch eine andere und ich wusste ja gar nicht, was mit mir los ist.
Also habe ich geträumt. Angefangen die Gedanken zu begraben und sie nur manchmal rauszulassen.
Bis circa ins Jahr 2002/2003.
Ein Abend mit einem Freund. Er schläft bei mir, wir schauen Pornos. Wir fangen an und es kommt, was kommen muss.
Aber es war ihm peinlich. 1-2 Minuten - länger berührten wir uns nicht. Dann ist schweigen.
Keiner redet. Wir beenden es. Keiner redet mehr darüber. Ein Mantel des Schweigens breitet sich aus, bis heute. Wir haben nie mehr drüber gesprochen. Unsere Freundschaft endete an diesem Abend.
Ich schweige über mich auch weiter.
Rede nicht mehr darüber. Dränge es weg. Führe ein heterosexuelles Leben. Probierte mich mit Frauen aus, auch wenn es an mir knabberte. Ich dachte manchmal dran. Wie wäre es. Es überkam mich, aber ich schreckte zurück.
Lebe nichts aus, versuche nichts. Es bleibt in der Phantasie.

Meiner Frau erzählte ich erst am Anfang des zweiten Jahres unserer Beziehung von meiner Neigung.

Ein Schock für sie. Reiche ich ihr? Ich schrecke erneut zurück. Dränge es weg. Aber es gelingt mir im Laufe unserer Beziehung nicht, es dauerhaft zu unterdrücken. Immer mal wieder kommen Phantasien auf. Wir suchen nach gemeinsamen Lösungen. Aber es sind ja nur Phantasien. Ein Gespinst. Ein Wunsch. Nicht mehr. Es bleibt im Vagen. Ich setze mich damit nicht wirklich auseinander, aber ich denke, ich bin ja schon geoutet. Ich bin mir ganz klar, was ich will und was nicht, bin mir ganz klar über mich und mein Verlangen und vor allem über mein Selbstbildnis. Das war ein Trugschluss.

Am Anfang dieses Jahres haben meine Frau und ich entschieden, unsere Ehe zu öffnen. Ein tolles Konzept, eine schöne Idee. Ich bin Feuer und Flamme. Ausprobieren, was ich schon immer mal wollte. Super. Ich habe ein Date mit einem Mann. Das erste Mal in meinem Leben treffe ich einen Mann mit dem was gehen könnte. Ich bin aufgeregt. Ich bin neugierig. Ich bin total überfordert. Während des Dates bekomme ich weiche Knie. Kann nicht mehr richtig denken, nicht mehr richtig laufen. Wir reden nur miteinander. Keine Berührung, keine Zärtlichkeit oder Ähnliches. Nur ein Gespräch.
20 Jahre unterdrückte Gedanken und Gefühle bahnen sich ihren Weg und ich zerbreche.
Ich merke es erst nicht. Die Gefühle sind so überwältigend.
Es bringt alles ins Wanken. Wer bin ich? Bin ich noch Mann? Wer war ich? Bin ich noch Ehemann? Kann ich noch Vater sein?

Ich verliere den Halt.
Ich greife nach allem, was mir halt gab in den letzten Jahren.
Ich greife nach meiner Frau. Halte sie fest, erdrücke sie.
Fast wären wir gescheitert.

Heute sehe ich etwas klarer. Kann wieder denken.
Ich bin zwar noch im Prozess drin. Aber ich fühle mich wieder.
Ich weiß nun mehr als vorher, wer ich bin.
Ich muss noch Dinge über mich rausfinden, aber es liegt nun alles frei. Ich muss nur hinsehen. Es ist nicht mehr begraben. Es liegt offen vor mir.

UlfBisexuell

05.05.21

Seit 1990 schaute ich heimlich nach Jungs und sofort zu einem Mädchen. Dieses "Spiel" trieb ich volle 30 Jahre, Angst verstoßen oder ausgegrenzt zu werden, hatte ich immer. "Wird denn die ganze Welt schwul, oder DIE lebt jetzt mit einer Frau zusammen". Meine Großcousine tolle Frau!
Am 10.6.2019 22:45 Uhr, 42 Jahre alt, konnte ich nicht mehr und brach zusammen. Mein bester Kumpel hat nichts gegen Schwule, meidet aber Kontakt. Meine Schwester wollte nicht reden und wich aus. Meine Eltern per Brief, gehen nicht mit mir zum CSD, weil dort komisch gekleidete Leute herumlaufen. (Ich in Fetisch!?) Nur bin ich, jetzt so stark, dass ich ohne sie leben kann. Sie sind homophob, seit ich denken kann, ich bin schwul seit Geburt. Ich bin nicht falsch oder unnormal, so wie sie es mir beibrachten. Aber das wichtigste, wir sind eine Gemeinschaft, zwar mit Ecken und Macken, aber bestimmt nicht alleine! Findet zu Euch und lebt, wie ihr seid. Mein Leben ist seit knapp zwei Jahren so unendlich erfüllt. Was mir aus meinem alten Kreis blieb, ist meine beste Freundin. Sie hält mich, wenn es doch zu sehr weh tut. Vor und nach meinem Coming-out tut mir meine Familie weh. Warum soll ich zu ihnen zurück. Verstehen tun sie mich eh nicht.
Ich bin schwul! Und stolz kann ich es sagen!

RenéHomosexuell

26.04.21

Ich habe mich in der achten Klasse als schwul geoutet, aber nur bei meinen Freunden, sodass meine Familie es nicht mitbekommen kann. In der neunten Klasse (mit 16) hat mich meine Mutter gefragt, warum sich zwei Männer auf meinem Profilbild küssen. Ich hatte meinen Mut zusammengerissen und gesagt, dass ich es mag und dass mein Vater erstmal nichts mitbekommen soll. Ich bin jetzt 20 Jahre alt, mein Vater weiß es schon seit drei Jahren und ich bekomme von Freunden, welche auch mit meinem Vater reden, mit, dass er sich immer noch erhofft, dass alles nur eine Phase ist und er mich eher mit einer Frau an meiner Seite sieht. Ich bin mit meinem Freund seit sechs Monaten zusammen und er akzeptiert ihn einfach nicht.

MarvinHomosexuell

21.04.21

Es fing alles mit dem einem Mädchen an, welches mein Leben als meine beste Freundin betrat. Nach einer Zeit verliebte ich mich dann in sie. Sie hatte eine Konfirmation, als meine Mum endlich davon Wind bekam. Ich schrieb kurz vor der Feier einen Brief für sie, den ich leider zuhause vergas. Darin stand, dass ich sie liebe und Sachen. Alle waren sehr geschockt, aber meine Mutter wie auch meine große Schwester kamen sehr gut damit klar. Mein Vater hat es nicht so gut aufgenommen...

FrancescaLesbisch mit Pansexuellen Zügen

20.04.21

Ich denke seit 2018, dass ich vielleicht bisexuell bin. Ende 2019 habe ich das zwei Freunden erzählt und dann irgendwann 2020 auch noch ein paar anderen Freunden. Anfangs hatte ich etwas Angst vor den Reaktionen, da wir darüber nie gesprochen hatten. Ich habe dann angefangen, immer mehr Freunden zu erzählen, dass ich das denke. Die Reaktionen waren zum Glück alle positiv. Meinen Eltern habe ich das noch nicht erzählt, da ich momentan nicht das Verlangen habe, darüber zu reden. Mein Vater hat wahrscheinlich eine Vermutung, da er mich letztens an einem Ort abgeholt hat, der was mit LGBTQ zu tun hatte, wodurch er vielleicht etwas ahnt. Wenn es so sein sollte, ist mir das aber egal, da ich mit meinen Eltern nicht darüber reden möchte.

AlexaBisexuell

07.04.21

Als ich mich in der 9/10 Klasse geoutet habe, wurde ich von vielen gemobbt, aber meine sehr engen Freunde haben zu mir gehalten. Meine Familie hingegen hat mich am Anfang gehasst, besonders mein Vater und meine Mutter. Aber nach 2 Jahren akzeptierten sie es. Nur meine Oma und mein Vater denken, es ist eine Phase, aber sie lieben mich so oder so.

AnnieLesbisch

06.04.21

"Ich hab' dich trotzdem noch lieb wie eine Schwes... äh, einen Bruder!". Meine beste Freundin, deren Familie mich aufgenommen hat, nachdem meine eigene mich im Zuge des Vor-Coming-Out-Struggles und des damit verbundenen Verhaltens rausgeschmissen hat, fällt mir um den Hals und beschließt den Schlachtplan: "Wir kochen jetzt Nudeln und dann suchen wir dir einen Namen aus!". Ich nicke, etwas überfordert.
Bis Mitternacht haben wir die umfangreichen Namenslisten mithilfe eines ausgeklügelten Systems auf zweieinhalb reduziert. Zweieinhalb, weil ihr Favorit "Attila" ist ("Du bist zwar kein Hühne, aber ein Hühnchen, hihi"). Mein Favorit ist es – überraschenderweise - nicht.

Dafür wache ich am nächsten Morgen mit einer nie gekannten Klarheit auf und weiß, wie ich heiße - was das zuständige Amtsgericht nur schlappe fünfeinhalb Jahre später bestätigen wird 😉

JonathanTransmann

05.04.21

Ich hatte eigentlich so drei große Coming-outs: einmal bei meiner Mom, einmal bei meinem Dad und einmal komplett öffentlich. Klar habe ich es anfangs nur engsten Freunden erzählt, aber das zählt doch irgendwie nicht, oder? Naja, also bei meiner Mom war es so, dass ich erstmal Hilfe gesucht habe, bei einer Person in der Familie, bei der ich wusste, dass er tolerant ist, mein Onkel. Mit ihm habe ich mich dann bei meiner Mom geoutet (meine Mom hatte sich fast nie geäußert zum Thema Homosexualität hätte ich gewusst, dass sie tolerant ist, hätte ich meinen Onkel da nicht gebraucht). Dann kam mein Dad, er war schon ziemlich homophob und bei ihm war es etwas schwierig, ihm habe ich es gesagt, als wir gestritten haben. Der Streit ging darum, warum ich so viele Geheimnisse auf meinem Handy hab und dann habe ich gesagt "würdest du es wissen, würdest du mich abstoßen". Dann haben wir erstmal den Tag nicht mehr geredet, aber am nächsten Tag ist er zu mir hergekommen und hat gesagt "Du bist mein Sohn, ich liebe dich egal was ist.". Bei meinem Dad hats schon ein paar Monate gebraucht, bis er es 100 % akzeptiert hat, aber jetzt supportet er mich voll ^^. Mein öffentliches Coming-out passierte aufgrund von Mobbing. Ich wurde in der Schule gemobbt und als "Schwuchtel" bezeichnet. Nicht weil man es mir angesehen hatte, im Gegenteil, 80 % der Leute waren komplett überrascht von meinem Coming-out. Es war eher einfach um mich zu verletzen, Schwuchtel war auch nur eins von vielen Wörtern. Naja, ich hatte dann halt die Schnauze voll und habe mich dann auf Instagram in den Stories geoutet und sowas gesagt wie "tatsächlich bin ich schwul, ja. Ihr könnt mich haten so viel ihr wollt, ich bin stolz darauf". Am nächsten Tag in der Schule kamen ein paar von den Jungs, die mich beleidigt hatten, und haben sich tatsächlich entschuldigt und meinten, dass ich echt Mut hätte. Mädchen sind ja durchschnittlich toleranter als Jungs und das habe ich da dann auch gemerkt, 90 % der Mädchen wollten mit mir darüber reden und fanden die Aktion richtig geil.

Also ja, das waren meine 3 Coming-outs. Seitdem fühle ich mich richtig frei, nicht mehr so bedrückt und ängstlich. Ich kann das nur empfehlen. Zeigt wer ihr seid, die Natur zu unterdrücken oder zu versuchen sie zu verändern ist nutzlos, BE proud and show yourself 😊❤️

GCMännlich, Homosexuell

04.04.21

Ich habe mich vor meiner engen Familie dreimal als bi-/ pansexuell geoutet - zweimal vollkommen ohne Reaktion, beim dritten Mal hat meine Mutter mich angeschnauzt, dass ich das nicht ständig sagen soll, sie habe es schon gecheckt. Als ich erklärte, dass ich bei den ersten Malen nicht wusste, ob sie mich überhaupt gehört hatten, weil es immer relativ beiläufig war, ich wollte eben kein so großes Ding draus machen, meinte sie, ich hätte es "halt einfach Mal richtig" machen sollen. Bei der erweiterten Familie war es jeweils in etwas angeheitertem Zustand, zuletzt bei meinen sehr rechtskonservativen Großeltern. Die meisten interessiert es nicht so wirklich und der Rest ist voll okay damit. Ich hatte es mir um einiges schlimmer ausgemalt und bin happy, dass es so im Großen und Ganzen doch recht gut geklappt hat. Ich bin mal gespannt, ob die Reaktionen ähnlich sind, falls/wenn ich mich irgendwann auch noch als non-binary oute...

SaraPansexuell, Non-Binary

31.03.21

Als ich mich als bisexuell (biromantisch asexuell, um ganz genau zu sein) bei einer Freundin aus der Schule outete, hat sie einfach nur komisch geschaut und ist weinend aus meinem Haus gerannt. Sie hatte mich dann überall blockiert und ist mir komplett aus dem Weg gegangen. Das war sehr schmerzhaft für mich und hat es nicht gerade leichter gemacht, weiterhin meine Identität zu erkunden, aber ich habe es trotzdem geschafft und seitdem schon einige Labels durch (trans, grau-asexuell und panromantisch) und zum Glück sind meine Outings in der Zukunft dann (zum Großteil) besser gelaufen.

Ich habe jetzt einen tollen Freundeskreis mit vielen queeren Menschen, bin mit einem non-binary Mensch zusammen und eine Familie, die mich bedingungslos unterstützt, selbst wenn sie mich nicht immer 100% versteht. Es wird wirklich besser! Da draußen sind Menschen, die dich lieben werden für genau das, was du bist - also geh da raus und finde sie!

LisaTransgender, Queer

28.03.21

Als ich mich outen wollte, habe ich angefangen, nach Coming-out Stories anderer zu suchen. Das war am Anfang des Jahres und da habe ich realisiert, dass ich sowohl Mädchen als auch Jungs "mag". Ich habe es dann einigen Freunden erzählt, dass ich bisexuell bin und die Reaktionen hätten nicht besser sein können! Ich habe ihnen auch anvertraut, dass ich es meinen Eltern sagen will, aber dass ich mega Schiss davor habe. Sie haben mir dann gesagt, dass meine Eltern das schon gut aufnehmen werden, aber ich hatte immer noch mega Angst, es ihnen zu erzählen. Deswegen habe ich ihnen dann einen Brief geschrieben, in dem ich ihnen erklärt habe, wie ich rausgefunden habe, dass ich bi bin und dass es nicht nur eine Phase ist.

 Sie haben ihn beide gelesen und das auch voll gut akzeptiert. Außerdem habe ich es meinen Cousinen und noch anderen Freunden erzählt und alle haben supergut reagiert. Seitdem geht es mit echt viiiiiel besser, weil es einfach raus ist!

TomBisexuell